BMF zur Umsatzbesteuerung von Online-Glücksspiel

Das BMF hat sich unlängst zur Umsatzbesteuerung von Online-Glücksspiel geäußert. Angefragt hatte ein Online-Glücksspielverband. Hierzu erklärte das BMF in einem Schreiben vom 11. Oktober 2017 seine Sichtweise.

Demzufolge bemisst sich die Umsatzbesteuerung von Online-Glücksspiel abhängig davon, ob dem Anbieter ein Risiko verbleibt oder nur den Spielteilnehmern untereinander. Ersteres ist etwa bei Roulettespielen der Fall, letzteres hingegen bei Poker. In erstgenannter Konstellation richtet sich die Umsatzsteuer nach Auffassung des BMF nach der Spielgebühr, in der zweiten bildet der Bruttospielertrag die Bemessungsgrundlage.

Damit konkretisiert das BMF § 3a V UStG, wonach Umsätze von Online-Casinos als sonstige Leistungen der deutschen Umsatzsteuer unterliegen, wenn diese von EU-Anbietern an Nichtsteuerpflichtige erbracht werden, die in Deutschland ansässig sind (Schenke, in: UR 2016, 253). Freilich ist davon die Frage zu trennen, inwiefern Poker-Einnahmen der Spielteilnehmer der Umsatzsteuer unterfallen.

Offen geblieben ist im Übrigen, worin die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage bei Zweitlotterieumsätzen ausländischer Anbieter besteht. Hier hängt die Entscheidung maßgeblich von der Bestimmung des Leistungsortes ab.

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RA Dr. Henrik Bremer
h.bremer@wr-recht.de
Fachanwalt für Steuerrecht
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater