BREKO Glasfasermesse 2019: Hürden des FTTH-Ausbaus im Fokus

Die achte Auflage BREKO Glasfasermesse 2019 wurde am 27. und 28. März im neuen RheinMain CongressCenter in Wiesbaden veranstaltet. Hierbei sorgten die über 160 nationalen und internationalen Aussteller für einen weiteren Teilnehmerrekord. Über 3.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland kamen auf der BREKO Glasfasermesse 2019 zusammen. Im Fokus des Veranstaltungsprogramms standen in diesem Jahr die Chancen, aber auch die Risiken des flächendeckenden FTTH-Ausbaus, der den wachsenden Anforderungen der Digitalisierung gerecht werden soll.

Auch 2019 versammelten sich auf der BREKO Glasfasermesse wieder die bedeutendsten Hersteller, Lieferanten und Dienstleister der Telekommunikationsbranche. Zugegen auf der Messe waren dementsprechend wie in den Jahren 2017 und 2018 ebenso Vertreter der Breitbandpraxisgruppe unserer Kanzlei. Zudem konnte Dr. Henrik Bremer erneut einen Vortrag zum Veranstaltungsprogramm beisteuern. In diesem thematisierte er schwerpunktmäßig, welche Problemlagen bei Breitbandprojekten am häufigsten auftreten und wie man sie am effizientesten bewältigt.

Dabei differenzierte er zwischen einzelnen Risiken im Wirtschaftlichkeitslückenmodell sowie im Betreibermodell, da die Eigentumsverhältnisse am Netz maßgeblich über die Risikoverteilung entscheiden. Für beide Netzkonzepte  skizzierte er exemplarisch aus der Praxiserfahrung unserer Kanzlei, welche Schwierigkeiten am häufigsten auftreten und welche Lösungen in Betracht kommen.

So sind öffentliche Träger gerade in Betreibermodellen inzwischen vielerorts mit steigenden Tiefbaukosten konfrontiert; auch eine geringe Anschlussquote gefährdet die Rentabilität der Netze – etwa wegen einer Doppelverlegung oder der Mitnutzung des Netzes durch Mitbewerber.  Zugleich betonte Herr Dr. Bremer jedoch, dass auch bei einer Realisierung des Netzausbaus im Wirtschaftlichkeitslückenmodell der Projekterfolg durch Risikofaktoren gefährdet sein kann. Schließlich haben sich gerade im letzten Jahr wiederholt Fälle eingestellt, in denen das bereits bezuschlagte TK-Unternehmen den Ausbau verweigerte, etwa weil es während des Vergabeverfahrens zu einem Parallelausbau gekommen war oder sich die nötigen Tiefbaukapazitäten drastisch verteuert hatten.

Erfreulicherweise konnte Herr Dr. Bremer aber zugleich berichten, dass die meisten der angetroffenen Probleme sich in der Praxis als lösbar erwiesen. In seinem Vortrag ging er spezifisch darauf ein, inwieweit eine Anhebung der Fördermittel möglich ist, um Mehrkosten zu stimmen. Auch erörterte er denkbare Zusammenschlüsse mit neuen Kooperationspartnern für notleidende Projektträger. Ebenso verwies er darauf, dass die Durchleitungspflicht im Rahmen der Open Access Vorgaben der NGA-Rahmenregelung sich zugleich als Chance begreifen lässt: Wenn Netzentgelte angemessen hoch kalkuliert werden, profitiert der Netzbetreiber ohne zusätzlichen Vertriebsaufwand von kontinuierlichen zusätzlichen Einnahmen.

Die vollständige Präsentation steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Nach dem Erfolg der BREKO Glasfassermesse 2019 kündigte der Veranstalter bereits an, dass die neunte Auflage im nächsten Jahr am 5.und 6. März 2020 wieder in Wiesbaden stattfinden wird.