Auch in NRW werden vielerorts die letzten Adressen ohne Breitbandversorgung an das schnelle Internet angebunden – so auch in der Gartenstadt Haan. Dort soll der geförderte Breitbandausbau in den nächsten Jahren die verbleibenden Versorgungslücken schließen (sog. „weiße Flecken“).

Damit dies planmäßig gelingt, galt es in diesem Jahr zunächst, ein leistungsstarkes privatwirtschaftliches Telekommunikationsunternehmen damit zu beauftragen, in den weißen Flecken ein Breitband-Verteilernetz zu errichten. Dies ist nunmehr Anfang September 2020 gelungen: Zum Abschluss eines von TÜV Rheinland und unserer Kanzlei WIRTSCHAFTSRAT Recht betreuten Vergabeverfahrens erhielt die Pepcom GmbH den Zuschlag.

Unter der Marke „PYUR“ betreibt die Tochtergesellschaft der Tele Columbus AG künftig in Haan ein FTTB-/FTTH-Glasfasernetz, nachdem sie zunächst dessen Planung und Errichtung verantworten wird. Der Beginn des Ausbaus eines insgesamt 500km großen Glasfasernetzes ist hierbei für Anfang 2021 vorgesehen. Insgesamt sollen so knapp 800 Adressen an ein Breitbandnetz angebunden werden, über das sich Internetgeschwindigkeiten von 1Gbit/s realisieren lassen.

Zum Vergleich: Den Haushalten im Projektgebiet stehen bislang nach den Erkenntnissen des zunächst durchgeführten Markterkundungsverfahrens nur Bandbreiten von weniger als 30 Mbit/s im Download zur Verfügung – die buchbare Internetgeschwindigkeit wird sich vor Ort infolge des Glasfaserausbaus also mehr als verdreißigfachen. Die Versorgungslage der knapp 700 Haushalte und ca. 350 Gewerbetreibende unter den Adressen im Projektgebiet wird sich dadurch spürbar verbessern – und dies bereits in absehbarer Zukunft: Ab Anfang 2022 sollen dann die ersten gigabitfähigen Hausanschlüsse aktiviert werden.

Realisiert wird das Projekt im so genannten Wirtschaftlichkeitslückenmodell: Im Gegenzug für die Herstellung und den Betrieb des Glasfasernetzes gewährt die Kommune der Pepcom GmbH als Auftragnehmerin einen Investitionskostenzuschuss in Höhe der Deckungslücke. Aus den Förderprogrammen des Bundes und des Landes NRW werden hierfür insgesamt Fördermittel i.H.v. 10,5 Mio. Euro bereitgestellt. Dadurch wird die ansonsten drohende Unwirtschaftlichkeit des Projekts kompensiert.

Weitere Informationen zum Zwischenstand des Vorhabens in der Gartenstadt Haan finden sich im folgenden Pressebericht zur Vergabe des Auftrags zum Breitbandausbau an die Pepcom.

Ansprechpartner


Gerrit Woitag, LL.M.
g.woitag@wr-recht.de
Rechtsanwalt und Partner
Fachanwalt für Vergaberecht