Am 26.08.2020 fand im thüringischen Buttstädt der symbolische erste Spatenstich zum geförderten Glasfaserausbau statt. Damit beginnt für die VG Buttstädt als Bauherrin die Errichtung ihrer eigenen Breitbandinfrastruktur. Bis Ende 2021 sollen bereits über 3.100 Haushalte an das neue FTTB/FTTH-Netz angebunden werden. Gepachtet wird dieses nach Fertigstellung von der Vodafone GmbH, die sich bereits 2019 in der von WR Recht begleiteten Ausschreibung des Netzbetriebs durchsetzte.

1. Spatenstich zum Breitbandausbau in Buttstädt

In der Zwischenzeit folgten die ebenfalls von unserer Kanzlei betreuten Vergabeverfahren für die Planung und die Bauausführung. Hierbei konnten für die verschiedenen Lose leistungsstarke Tiefbauunternehmen aus Thüringen, Hessen und Bayern beauftragt werden. Dementsprechend sind wir zuversichtlich, dass das im Zuge der verschiedenen Ausschreibungen zusammengestellte Team zusammen mit der VG Buttstädt sowohl die Errichtung als auch den Betrieb des Breitbandnetzes erfolgreich meistern wird.

Diese Zuversicht teilten anlässlich des ersten Spatenstichs auch der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, der Geschäftsführer der für die Bundesförderung zuständigen atene KOM GmbH Tim Brauckmüller, der Buttstädter Bürgermeister Hendrik Blose sowie Jürgen Raith als anwesender Vertreter der Vodafone. Damit verbindet sich unsererseits die Hoffnung, dass sich das Buttstädter Betreibermodell zur Blaupause für andere Breitbandförderprojekte in Thüringen entwickelt.

Denn anders als in Buttstädt wurden alle übrigen geförderten Ausbauvorhaben im Freistaat bisher im Wirtschaftlichkeitslückenmodell realisiert und erreichten in den unterversorgten weißen Flecken dabei zumeist lediglich eine FTTC-Anbindung der Haushalte. Dabei gelten solche Alternativen zu reinen Glasfaseranschlüssen nach dem FTTB/H-Standard nur als Brückentechnologien, weil sie wegen der Nutzung von Kupferleitungen auf der letzten Meile keine Downloadgeschwindigkeiten im Gigabit-Bereich ermöglichen. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach hohen Bandbreiten dürfte ein FTTC-Ausbau deshalb bloß ein Provisorium bilden.

Im Gegensatz dazu verspricht der konsequente Ausbau reiner Glasfaseranbindungen in Buttstädt eine nachhaltigere Lösung, die der Gemeinde obendrein Eigentum an der passiven Netzinfrastruktur verschafft. Damit erhält die VG Buttstädt strategisch wichtigen Einfluss auf den Grundstein der künftigen digitalen Infrastruktur vor Ort. Denn Glasfasernetze bilden anerkanntermaßen die Basis für etliche digitale Anwendungen zur intelligenten Stadtsteuerung, Smart Metering und zur Anbindung von 5G-Basisstationen.

In diesem Sinne freuen wir uns für die VG Buttstädt über die nahende Schließung von Versorgungslücken in der Kommune und sind gespannt auf etwaige Folgeprojekte zur Digitalisierung in der Region. Im Idealfall findet die Buttstädter Erfolgsgeschichte beim bevorstehenden geförderten Ausbau von Glasfasernetzen in grauen Flecken Nachahmer.

Breitbandausbau in Buttstädt 2020

Ansprechpartner


RA Dr. Henrik Bremer
h.bremer@wr-recht.de
Fachanwalt für Steuerrecht
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater