Das Bayerische BreitbandForum 2018: Der Weg zum FTTH-Netz

Das Bayerische BreitbandForum 2018 wagte den Blick hinaus über die landauf landab zurzeit im Aufbau befindlichen FTTC-Netze. Passend zur Novellierung der Bundesförderrichtlinie in diesem Jahr und dem Schwenk auf die Bezuschussung reiner Glasfasernetze, stand diesmal die Anbindung an Gigabit-Netze im Vordergrund. Das Bayerische BreitbandForum 2018 versprach deshalb einen intensiven Austausch über Chancen und Möglichkeiten für Kommunen, den Anschluss an zukunftssichere Netze zu realisieren. Am 8. November 2018 kamen hierzu wie schon im Vorjahr hunderte Teilnehmer aus Bayerns Kommunalverwaltung zusammen, diesmal in Günzburg.

Von den partizipierenden Gemeinden und Kreisen realisieren die meisten zumindest bereits Glasfasernetze bis zu den Verteilerkästen. Dadurch eröffnen Sie Haushalten allmählich immerhin schon Bandbreiten von bis zu 50 bis 100 MBit/s im Download. Allein das Bayerische Förderprogramm unterstützt nahezu sämtliche Kommunen des Freistaates bei der Fortentwicklung ihrer Netzinfrastruktur. Bis zu wirklichen Gigabitanschlüssen braucht es von hier aus allerdings noch einen weiteren Schritt. So lassen sich signifikant höhere Bandbreiten erst dadurch erzielen, dass Glasfaserkabel auch auf der letzten Meile zu den Hausanschlüssen verlegt werden. 

Die Vorträge

Wie sich diese zusätzliche Etappe beim Breitbandausbau meistern lässt, thematisierte das Bayerische BreitbandForum 2018. Hierzu referierte unter anderem Herr Dr. Henrik Bremer als Leiter unserer Praxisgruppe für die Beratung zum Breitbandausbau. In seinem Vortrag skizzierte er, wie Kommunen für den Ausbau der Hausanschlüsse zusätzliche Bundesfördermittel unter der aktualisierten Förderrichtlinie nutzen können. Er betonte jedoch, dass nicht jede Kommune hiervon profitiere könnte, sondern nur solche, deren Ausbauvorhaben noch nicht abgeschlossen ist. Darauf aufbauend beschrieb er, welche alternativen Wege in Betracht kommen, um wirtschaftlich tragfähig die Erweiterung der Netze auf FTTH-Niveau zu vollziehen. 

Die Präsentation zum Vortrag von Herrn Dr. Bremer können Sie sich hier ansehen. 

Ferner hielt unter anderem Julian Behnen als Vertreter unseres Kooperationspartners MRK Media AG einen Vortrag darüber, welche verschiedenen Rollen der öffentlichen Hand beim Breitbandausbau zukommen. Regierungsdirektor Bernd Geisler lieferte einen Statusbericht über die aktuellen Fortschritte des Breitbandausbaus in Bayern. Speziell auf die Situation im ländlichen Raum ging Johannes Stepperger von der LEW TelNet GmbH ein. Peter Reisinger vom TKU Deutsche Glasfaser behandelte in seinem Beitrag die Potenziale des FTTH-Ausbaus im Betreibermodell. Rainer Hofmann vom Netzbetreiber gabocom ergänzte diese Betrachtung durch ein Referat über die technischen Anforderungen eines zukunftsfähigen Infrastrukturprojektes. Dass sich trotz der zusätzlichen Kosten eine Investition in Gigabit-Anschlüsse lohnt, betonte derweil vor allem die Keynote-Rede. Darin zeichnete Gerald Swarat vom Fraunhofer IESE auf, welche Wertschöpfungspotenziale das digitale Rückgrat einer fertig ausgebauten Netzinfrastruktur bietet.

Damit lieferte das Bayerische BreitbandForum 2018 für Teilnehmer etliche konstruktive Anregungen dazu, wie sie ihre Netzinfrastruktur auf den FTTH-Standard bringen können und warum es sich lohnt.