BaFin in Zeiten von FinTech – Regulierungsherausforderung Cyberrisiken

Bei einem Symposium zum 15-jährigen Bestehen der Bonner Behörde stand vor allem die Rolle der BaFin in Zeiten von Fintech im Vordergrund. Wie BaFin-Präsident Hufeld bei dieser Gelegenheit betonte, seien FinTech-Innovationen gerade dabei, die Finanzwelt umzuwälzen.

Dass die BaFin in Zeiten von Fintech die Digitalisierung des Finanzsektors auch als Chance begreift, zeigte sich etwa an der Einladung von N26-Gründer Stalf zu den Paneldiskussionen. Ferner hob Hufeld selbst hervor, dass FinTech-Lösungen Perspektiven für neue innovative Finanzdienstleistungen und gesteigerte Rentabilität schüfe.

Zugleich wurde im Zuge der Debatten deutlich, dass ein wachsendes Regulierungsbedürfnis besteht, um die IT-Systeme des Finanzsektors vor Cyberattacken und sonstigen Risiken wie Netzwerkzusammenbrüchen effektiv abzuschirmen.

Häufig war in den Paneldiskussionen zu hören, dass die BaFin in Zeiten von FinTech durch zusätzliche Regulierungsanstrengungen gewährleisten müsse, dass sich Akteure an den Finanzmärkten und Verbraucher auf die Sicherheit des elektronischen Finanzverkehrs verlassen können. Hierbei sei zu berücksichtigen, so die Panelisten, dass die Regulierung mit der enormen Innovationsgeschwindigkeit Schritt hält. Andernfalls drohen digitale Produkte des Finanzsektors mit der Dynamik des Internets einer sicherheitsstiftenden Regulierung zu enteilen.

In der Frage nach geeigneten organisatorischen Lösungen bei solchen Herausforderungen erwogen einige Teilnehmer, stärker auf ein Geflecht mehrerer Institutionen auf nationaler und transnationaler Ebene zu setzen. Gleichwohl hob Dr. Thomas Steffen als Staatssekretär des Finanzministeriums hervor, dass man regierungsseitig eine Allfinanzaufsicht für das tragfähigste Konstrukt hielte, um Regulierungen kohärent anzuwenden.

In diese Richtung gingen auch die zahlreichen Appelle der Panelisten aus Wirtschaft und Politik, die sich für eine supranationale Harmonisierung der Finanzmarktregeln aussprachen. Kritisch wurden umgekehrt die Deregulierungstendenzen in den USA gewürdigt, die eine globale Vereinheitlichung gefährden. Schließlich hätten die gemeinsamen bisherigen Regulierungsanstrengungen durchaus greifbare Vorteile mit sich gebracht. So erwähnte etwa Dr. Thorsten Pötzsch, Mitglied des Leitungsausschusses der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, dass inzwischen eingeprobte Verfahren als Alternative zu einem Bail-Out bestünden.

Vieles deutet insofern darauf hin, dass kontinentaleuropäische Akteure der Finanzaufsicht wie die BaFin in Zeiten von FinTech neue Reglementierungen vorantreiben werden – insbesondere im Bereich der IT-Sicherheit. Gerade die IT-Infrastruktur von Banken könnte somit künftig neben dem Maßstab der EU-DSGVO auch weiteren aufsichtsrechtlichen Regelverschärfungen unterliegen. Unsere Praxisgruppe für Datenschutz und IT-Recht wird die Fortentwicklung der Rechtslage auf diesem Gebiet aufmerksam im Blick halten.

Ansprechpartner


RA Dr. Henrik Bremer
h.bremer@wr-recht.de
Fachanwalt für Steuerrecht
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater